Pressemeldung

Corona zwingt Hochschulen zurück ins digitale Semester

HAW gehen mit gemischten Gefühlen zurück in den Digitalbetrieb – Studium ist mehr als einseitige Wissensvermittlung

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Corona zwingt Hochschulen zurück ins digitale Semester

HAW gehen mit gemischten Gefühlen zurück in den Digitalbetrieb – Studium ist mehr als einseitige Wissensvermittlung

Mit den gestern von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der exponentiell steigenden Infektionszahlen standen die Politikerinnen und Politiker vor der unlösbaren Aufgabe schnell wirksame Maßnahmen zu ergreifen ohne Bereiche zu vergessen oder unangemessen einzuschränken. Die Hochschulen werden in dem Papier auf Bundesebene nicht genannt und so bleibt dieser Bereich Sache des Landes.

„Die konkreten Folgen für die Kompetenz- und für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Leute werden wir erst nach und nach beurteilen können. Wir tun, was wir können mit den digitalen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, aber die in diesem Lebensabschnitt besonders wichtigen sozialen Kontakte, Erfahrungen und den Erwerb der damit verbundenen Kompetenzen, können wir digital nicht vollständig ersetzen“, sagt Bastian Kaiser, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der HAW.

Auch wenn die digitale Lehre an Hochschulen mit jungen Erwachsenen sicherlich besser funktioniere als an den Schulen, sei dieser Zustand im Dauerbetrieb nicht mit dem bisherigen Präsenzstudium, gerade an anwendungsorientierten Hochschulen, zu vergleichen. Ein Studium habe viele soziale Aspekte, die entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung seien. Das könne und dürfe man auch für den tertiären Bildungsbereich nicht ausblenden.

Angesichts der Tatsache, dass viele Studierende seit dem Semesterstart an den Studienorten sind und sich dort Unterkünfte gemietet haben, ist ein anderer negativer Effekt der Rückkehr in den Digitalbetrieb nicht völlig unwahrscheinlich:

„Auf dem Campus und in den Hochschulen treffen sich die jungen Leute unter den Bedingungen gut überlegter und inzwischen bewährter Hygienekonzepte. Diese erleichtern im Falle auftretender Infektionsfälle auch die dann so wichtige rasche Nachverfolgung durch die Gesundheitsbehörden. Sollten sich die Studierenden nun private Alternativen zur Begegnung suchen und realisieren, dann tun sie das im vollständig privaten Raum und vermutlich ohne klare Regeln und formalisierte Datenerfassung. Wir delegieren so die Verantwortung aus den Hochschulen auf die Studierenden selbst“, so Kaiser.

Pressekontakt

Benjamin Peschke

Geschäftsführer HAW BW e.V.
+ 49 (0)711 995 281-60
peschke[at]haw-bw.de